Forschung mit der Sigmund Freud Privatuniversität
KI-Dokumentation gibt es inzwischen viele. Belastbare Aussagen darüber, wie gut sie fachlich wirklich ist, gibt es kaum. Genau daran arbeiten wir gemeinsam mit der Sigmund Freud Privatuniversität Wien in einem Forschungs- und Evaluationsprojekt.
Warum wir forschen
Automatische Sitzungsdokumentation ist längst am Markt. Was fehlt, sind unabhängige Kriterien dafür, wann so ein Protokoll fachlich brauchbar ist und wann nicht.
Der ÖBVP hat Dokumentation öffentlich als KI-Anwendungsfall benannt und dafür Qualitätsstandards, Datenschutz und die Einbindung des Berufsstands eingefordert. Diese Forderung halten wir für richtig. Wir können sie nicht allein einlösen, deshalb haben wir uns eine wissenschaftliche Partnerin geholt, die uns auch widersprechen darf.
Was wir mit der SFU untersuchen
Vier Fragen, an denen sich entscheidet, ob ein automatisch erstelltes Protokoll fachlich trägt.
Verstehen die Systeme, was in einer Sitzung wirklich gesagt wurde
Dialekt, mehrere Sprecher:innen, lange Sitzungen und Störgeräusche sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Wem wird welche Aussage zugeordnet
Eine Verwechslung zwischen Therapeut:in und Klient:in ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Dokumentationsfehler.
Sind Kurzprotokoll, Langprotokoll und Analyse fachlich brauchbar
Bewertet wird von Fachleuten aus mehreren Therapierichtungen, nicht von uns.
Woran erkennt man gute KI-Dokumentation überhaupt
Gemeinsam mit der Sigmund Freud Privatuniversität Wien entsteht ein Bewertungsraster mit klaren Kriterien: Genauigkeit, Robustheit, psychotherapeutische Relevanz sowie Neutralität und korrekte Zuordnung im Text.
Wie die Arbeit abläuft
Die Sigmund Freud Privatuniversität Wien stellt einen eigenen, anonymisierten Datensatz aus Sitzungsaufnahmen zusammen und erstellt dazu manuell geprüfte Referenztranskripte. Daten unserer Kund:innen gehören nicht dazu. Diese werden mit dem verglichen, was unsere Systeme erzeugen. Aus den Abweichungen entsteht eine Fehlerliste, die wir abarbeiten.
Parallel legen wir ausgewählten Fachleuten generierte Protokolle und Analysen vor und werten deren Rückmeldungen aus. Damit die Bewertungen vergleichbar bleiben, gibt es gemeinsame Annotationsrichtlinien, Kalibrierungsrunden und eine laufende Prüfung, wie einheitlich bewertet wird.
Was das für deine Praxis bedeutet
Was sich ändert
Die Protokollqualität wird gezielt an den Stellen nachgeschärft, an denen die Auswertung Schwächen zeigt, und du bekommst nachvollziehbare Kriterien dafür, was ein gutes KI-Protokoll ausmacht.
Was gleich bleibt
Jedes KI-Ergebnis ist ein Vorschlag, den du prüfst, änderst und freigibst. Die fachliche Verantwortung für deine Dokumentation bleibt bei dir. Und du kannst Theradocx weiterhin vollständig ohne KI-Dokumentation nutzen.
Anonymisiert forschen, verschlüsselt arbeiten
Für die Forschung verwenden wir keine Daten unserer Kund:innen.Sitzungen, Transkripte und Protokolle aus Theradocx-Praxen sind nicht Teil des Projekts. Die Sigmund Freud Privatuniversität Wien arbeitet mit einem eigens dafür zusammengestellten, anonymisierten Datensatz. Unabhängig davon gilt im Produkt: Hosting in der EU, feldweise Verschlüsselung getrennt pro Praxis, KI-Verarbeitung über die Cloud der T-Systems (Deutsche Telekom) mit Sprachmodellen in Deutschland. Vor jedem KI-Schritt braucht es das dokumentierte Einverständnis der Klient:in; ohne Einverständnis läuft keine automatische Verarbeitung.
Der Weg einer Sitzung im DetailMitmachen
Wir suchen Praxen, Ambulatorien und Ausbildungseinrichtungen, die Protokolle fachlich bewerten und uns sagen, wo sie danebenliegen. Wenn du oder eure Organisation mitarbeiten möchtet, schreib uns an info@theradocx.at. Wir melden uns mit den konkreten Rahmenbedingungen zurück.

Förderung
Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert (www.ffg.at).
Projektträgerin: Zenori Innovations GmbH. Wissenschaftliche Partnerin: Sigmund Freud Privatuniversität Wien (DDr. Paolo Raile).
Häufige Fragen
Was Therapeut:innen und Institute zuerst wissen wollen, wenn sie von der Forschung hören.
Nein. Es ist ein Forschungs- und Evaluationsprojekt. Wir bewerten gemeinsam mit der Sigmund Freud Privatuniversität Wien, wie gut die Systeme arbeiten, und schärfen sie an den Schwachstellen nach. Ein klinisches Studiendesign mit Stichprobe, Endpunkten und Prä-Post-Messung gibt es dafür nicht.